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Neues vom Rennsport

Vollblutaraber

Aus den Trümmern des Krieges - Die Privatzucht

Bis zum Zweiten Weltkrieg beschränkte sich die deutsche Vollblutaraberzucht im Wesentlichen auf das Haupt- und Landgestüt Marbach, das die verbleibende Herde des königlichwürttembergischen Gestüts in Weil 1932 übernommen hatte.

Zwar gab es auch schon im 19. Jahrhundert einige wenige private Züchter, jedoch existierten die meisten dieser Zuchtstätten schon vor dem Krieg nicht mehr.
Gual Hassika, die spanische Gründerstute des Karolinenhofs und All Nations Cup-Siegerin. (Foto: E. Escher)
 El Shaklan (Shaker El Masri x Estopa), geb. 1975, ein Vererber mit Weltformat. (Foto: Rik van Lent)Was noch vorhanden war – und das waren im wesentlichen Pferde in den Haupt- und Landgestüten – überlebte den Krieg mit wenigen Ausnahmen nicht.

Zu den Ausnahmen zählten der in Trakehnen geborene Hengst Kanzler, der aus dem aus Polen geflohene Bestand kommende Junghengst Wisznu, sowie die auf Weiler Basis gezogene Stute Sarolta, die alle drei eine nicht unwesentliche Rolle beim Aufbau der Nachkriegszucht spielen sollten.

Sarolta war Stammstute von Dr. Kurt Entress, der sein Gestüt unmittelbar vor Kriegsbeginn gründete und damit das eigentlich erste Privatgestüt der deutschen Zucht aufbaute, das sich aus nahe liegenden Gründen aber erst nach dem Krieg richtig entfalten konnte.
 
Eine Folge des Krieges war auch, dass eine ganze Reihe von Vollblutarabern aus dem Osten Europas nach Deutschland verschlagen worden waren. Dazu zählten mehrere Stuten aus Polen und aus Ungarn sowie vereinzelt auch Hengste wie der bereits genannte Wisznu oder der ebenfalls aus Polen stammende Halef, der einen deutschen Offizier gegen Kriegsende auf eine dramatischen Flucht über die Grenze brachte.

Auch die Stute Mekka aus Jugoslawien, die keine Papiere hatte, aber durch ihren Brand als Vollblutaraber ausgewiesen war, gehörte zu ihnen.
 Estopa (Tabal x Uyaima), eine der einflußreichsten Stuten, die je den Weg von Spanien nach Deutschland fanden. (Foto: Ligon)
Der Originalaraberhengst Kaisoon hinterließ der Zucht ausgezeichnete Mutterstuten. Eine davon: Mareekah a.d. Bint Magdi vom Gestüt Rothenberg. (Foto: E. Escher)

Die ersten Privatgestüte


Ein großer Verdienst kommt in dieser Zeit den Damen Gertraute Griesbach und Liselotte Tarakus zu, die in mühevoller Kleinarbeit und unter teilweise abenteuerlichen Umständen einen Teil dieser Pferde suchten, fanden und der Zucht zuführten.

Das von Gertraute Griesbach in jener Zeit gegründete Gestüt Achental wird allgemein als zweiter Grundpfeiler der deutschen Zucht neben Weil-Marbach genannt und war das erste große deutsche Privatgestüt, das die Zucht des ganzen Landes stark beeinflusste.
Stammpferde von Achental waren die polnische Hengste Wisznu und Halef, die geretteten Babolnaer Stuten Isabell, Rozka, Khabitha, Khema, Kho-Ra und Comtesse, die polnische Isonda sowie die Marbacher Stuten Jemen und Jacaranda, von denen fast alle bedeutende Familien gründeten und ihrerseits die Stampferde weiterer aufstrebender Zuchtstätten lieferten.

Achental wurde Ende der 60er Jahre aufgelöst. Ein wesentlicher Teil der Pferde ging in den Bestand der damals gerade im Aufbau befindlichen Gestüts Ismer über;
 Siam (Madkour I x Sehnab), Beschäler im traditionsreichen Gestüt Ismer (Foto: E. Escher)
 El Tabal (An Malik x Taduri de Washoe), Z.: Kalifornien, B.: Familie Jung, machte sich in Deutschland als Vertreter der spanischen Linie einen großen Namen. (Foto: E. Escher) 
der verbleibende Bestand ging mit der Tochter der Gründerin, Dr. Irmelin Fennet, nach Argentinien, wo das Gestüt von Achental entwickelten sich während der 50er und 60er Jahre vereinzelt weiter Zuchtstätten, zunächst auf der Basis von Achental und/oder Marbach.

Die bereits kurz vor Kriegsbeginn gegründete Zuchtstätte von Dr. Entress auf Weil-Marbacher Basis wurde bereits genannt; weitere Züchter der Gründerzeit waren W.C. Hansen mit seinem Gestüt El Shams, als Stammstuten die Achentalerin Kenya und die vom Krieg verschlagene jugoslawische Mekka; Fürst zu Inn- und Knyphausen mit dem Marbacher Hengst Haladin, oder auch der Duisburger Tierpark zunächst mit den Stuten Koranah und Koratha und dem Hengst Kheman, alle aus Achental.