Liebe Freunde des Arabischen Pferdes,

Weihnachten naht mit großen Schritten – Zeit für einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr.

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit war 2025 für unseren Verband insgesamt erfolgreich. Dank des engagierten Einsatzes unserer bekannten ehrenamtlichen Mitglieder sowie der Geschäftsstelle konnten zahlreiche Messeauftritte und Präsentationen bei Veranstaltungen realisiert werden. Die Resonanz von Besuchern und Beteiligten war durchweg positiv und führte erfreulicherweise auch zur Gewinnung neuer Mitglieder.

Der ANC in Aachen konnte im vergangenen Jahr nicht in allen Bereichen an frühere Erfolge anknüpfen. So musste das Nationale Championat in Aachen aufgrund zu geringer Nennzahlen abgesagt werden. Des Weiteren hat besonders der ANC darunter zu leiden, dass der internationale Showkalender von einer Vielzahl von äußerst glamourösen Events dominiert wird. Bei dieser Art von Pferdeschauen entsteht mitunter der Eindruck, dass das Arabische Pferd nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern eher als dekoratives Beiwerk dient.

Aachen hat traditionell den Anspruch, das Arabische Pferd in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt zu stellen. Darüber hinaus steht diese Veranstaltung seit jeher für internationalen Austausch und Begegnung über Ländergrenzen hinweg. Ob und wie dieser Anspruch auch künftig erfolgreich umgesetzt werden kann, wird von mehreren Faktoren abhängen – unter anderem von den Entscheidungen des international besetzten ANC-Komitees, den großen Akteuren der Schauszene sowie von uns als ausrichtender Verband. In den kommenden Monaten werden hierzu erste Weichenstellungen erwartet.

Für uns als Verband stellt sich damit die Frage, wie wir unsere Ausrichtung für die kommenden Jahre gestalten wollen. Dabei erscheint es sinnvoll, die eigenen Stärken auf nationaler und europäischer Ebene weiter auszubauen und die Entwicklung der Araberzucht nachhaltig und eigenständig voranzubringen. Ein zentraler Aspekt ist dabei eine verantwortungsvolle und qualitätsorientierte Zucht nach europäischen Maßstäben.

In diesem Zusammenhang wurde in diesem Jahr eine Inventur des vorhandenen Pferdebestandes durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass zahlreiche Linien nur noch in sehr geringem Umfang vertreten sind. Eine ausreichende genetische Vielfalt ist jedoch Grundvoraussetzung für eine gesunde und stabile Zucht. Dieses wird uns jeder Genetiker bestätigen!

Um hier gezielt ansetzen zu können, wurden Zuchtgruppen gebildet, die den europäischen Kulturaraber wesentlich geprägt haben:

  • Gruppe 1: Weil / Marbach
  • Gruppe 2: Bábolna
  • Gruppe 3: Polen
  • Gruppe 4: Pompadour einschließlich Spanien
  • Gruppe 5: Crabbet einschließlich USA

Die Gruppe der ägyptischen Araber ist seit langem gut etabliert und benötigt derzeit keine besondere Unterstützung. Für die genannten europäischen Gruppen besteht hingegen ein erhöhter Handlungsbedarf.

Wichtig ist es, dass sich Besitzer und Züchter innerhalb dieser Gruppen stärker vernetzen, um sich gegenseitig zu stärken. Analog der Ägypter-Gruppe kann dadurch eine Community gebildet werden, die den Wert ihrer Pferde noch einmal explizit hervorhebt. Dies ist durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit oder spezielle Veranstaltungen möglich.

In den vergangenen Wochen und Monaten sind die Besitzer dieser Pferde angeschrieben worden, um die züchterischen Perspektiven abzufragen. Rund ein Drittel der Anfragen wurde beantwortet, von denen wiederum etwa ein Drittel eine aktive Weiterzucht plant. Diese Zahlen entsprechen dem aktuellen Zuchtgeschehen, reichen jedoch mittel- und langfristig nicht aus, um die Population stabil zu halten.

Daraus ergeben sich zwei zentrale Aufgaben:

  1. Die Attraktivität des Arabischen Pferdes als Gebrauchspferd im Inland weiter zu steigern – unter anderem durch Präsenz gut ausgebildeter und gerittener Araber auf vielfältigen Pferdesportveranstaltungen. Dies ist sicherlich kein leichter Weg.
  2. Parallel dazu den Aufbau einer Zucht, die diesen Anforderungen gerecht wird.

Da finanzielle Mittel hierbei häufig eine entscheidende Rolle spielen, sind ergänzende Modelle denkbar – etwa ein gezielter Förderverein, wie er in anderen Zuchtverbänden bereits erfolgreich praktiziert wird. Auch in den kommenden Jahren wird es auf engagierte Unterstützer, Mäzene und Sponsoren ankommen.

Einen besonderen Lichtblick stellte in diesem Jahr unsere Veranstaltung in Kranichstein dar, die sehr gut besucht war und viel positives Feedback auch aus dem Ausland erhielt. Unser herzlicher Dank hierfür gilt insbesondere Maria Sens, Cordula Schladitz sowie allen Helferinnen und Helfern, ohne deren Einsatz diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.

Auch in diesem Jahr möchte ich mich herzlich bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Vorstand für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken. Ebenso gilt mein besonderer Dank den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle, die mit ihrem Engagement und ihrem Einsatz weit über das normale Maß hinaus zum Gelingen unserer Verbandsarbeit beigetragen haben.

Allen Mitgliedern und Freunden des Verbandes wünschen wir ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie Gesundheit, Zuversicht und Erfolg im neuen Jahr.

Ihr

Manfred Jedzini

Vorsitzender VZAP