Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr fand das VZAP-Zuchtchampionat am vergangenen Wochenende zum zweiten Mal auf dem Hofgut Kranichstein statt. Mit einigen Neuerungen wurde das bewährte Veranstaltungskonzept weiterentwickelt. Die Resonanz zeigte, wie gut das Format angenommen wird: Mit 32 gemeldeten Pferden und 28 Starts bewegte sich die Teilnehmerzahl auf Vorjahresniveau. Hinzu kam eine spontane Nachnennung. Bereits im Vorfeld hatten zahlreiche positive Rückmeldungen die Vorfreude auf das Championat deutlich gemacht.
Auch in diesem Jahr konnten Interessierte im Rahmen einer Schnuppermitgliedschaft am Championat teilnehmen. Dieses Angebot wurde gut angenommen und bot eine schöne Gelegenheit, den Verband und seine züchterische Arbeit näher kennenzulernen.
Die Vollblutaraber: GG Felicita wird Championess 2026
Insgesamt 14 Vollblutaraberstuten unterschiedlicher Altersklassen stellten sich dem Richterteam aus Emma Maxwell, Britta Schielke und Walter Fath. Da lediglich drei junge Stuten gemeldet waren, wurden die Championatsklassen zusammengelegt. Ergänzend zur Championess wurden eine Reserve- und eine zweite Reserve-Championess ausgezeichnet.
Championess 2026 wurde GG Felicita, von Muranas Nader aus der Fermina. Die von Alexandra Gerhard aus Leun gezogene und in ihrem Besitz stehende Stute überzeugte die Richter und erhielt zusätzlich die Goldene Plakette von Pferdesport Deutschland.
Den Titel der 1. Reserve-Championess errang Playa Khan P, von Ali Khan aus der Pelaja II. Sie wurde von Sencila Bled D.O.O. aus Slowenien gezogen und steht im Besitz von Dr. Friedemann Reichert aus Oberwesel.
Als 2. Reserve-Championess wurde Bel Elaine ausgezeichnet, von Exagon OS aus der Pr. Bel Mayleen. Züchterin und Besitzerin ist Karin Merkel aus Nellingen.
CA Aurelio überzeugt auch im Championat
Von den sechs gemeldeten Vollblutaraberhengsten gingen drei an den Start. Den Sieg sicherte sich CA Aurelio, von Laurel El Jyar aus der CA Aria Vittoria. Der von Nina Hager aus Künzing gezogene und im Besitz von Anja Gräber aus Herborn stehende Schimmelhengst hatte bereits am Vortag bei der Eintragung als Siegerhengst überzeugt und konnte seine Qualitäten nun erneut unter Beweis stellen.
Mistery Man P verteidigt seinen Titel bei den Wallachen
Bei den vier vorgestellten Wallachen setzte sich – wie bereits im Vorjahr – Mistery Man P durch. Der von Al Mamun Monlau aus der Anta D.A. abstammende Wallach wurde von Peter Deckers aus Belgien gezogen und steht im Besitz von Iris Werron aus F-Guerstling.
Besonders bemerkenswert: Mistery Man P hatte bereits am Vormittag an dem Distanzritt teilgenommen und präsentierte sich am Nachmittag dennoch frisch und motiviert im Championat. Ein schönes Beispiel für die Leistungsbereitschaft und Vielseitigkeit des Arabischen Pferdes.
Shagya-Araber: Javino erzielt die Tageshöchstnote
In der Gruppe der weiteren arabischen Rassen traten sieben Pferde an. Stuten und Hengste konkurrierten gemeinsam um den Championatstitel.
Mit der Tageshöchstnote von 8,02 gewann der Shagya-Araber-Prämienhengst Javino, von Jussuf-911 aus der Alien. Der von Familie Hoppenberger in Österreich gezogene Hengst steht im Besitz von Jonathan Marquart aus Kalbach. Für seine Leistung erhielt er die Silberne Plakette von Pferdesport Deutschland.
Zur Reserve-Championess wurde die Shagya-Araberstute Oiche ernannt, von Olymp aus der Haja A. Sie wurde von Jutta Dubs aus Dickendorf gezogen und steht auch in ihrem Besitz.
Familien und Nachzucht im Blick
Einen besonderen Einblick in die züchterische Arbeit boten zwei Präsentationen, die mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurden.
Alexandra Gerhard stellte die Stutenfamilie der Ferimina vor – eine Mutter mit zwei Töchtern. Jonathan Marquardt präsentierte eine Nachzuchtsammlung des Hengstes Javino. Beide Beiträge machten anschaulich, wie wertvoll die Betrachtung von Familien und Nachkommen für die Beurteilung und Weiterentwicklung einer Zucht ist.
Jungzüchterwettbewerb: Nachwuchs mit Begeisterung dabei
Auch die Jungzüchterinnen und Jungzüchter waren am Samstag wieder Teil des Programms. In diesem Jahr konnte sich der 13-jährige Nathaniel Gesellensetter aus Helmstadt mit seiner Quarter-Horse-Stute ISG Smart Whoopi den Sieg sichern.
Der Wettbewerb bietet jungen Pferdefreunden die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten rund um das Pferd unter Beweis zu stellen. Um künftig noch mehr Interessierten eine Teilnahme zu ermöglichen, wird derzeit überlegt, den Jungzüchtern Pferde vor Ort zur Verfügung zu stellen.
Schaubilder zeigen die Vielseitigkeit des Arabischen Pferdes
An beiden Veranstaltungstagen ergänzten abwechslungsreiche Schaubilder das Championat. Sie zeigten eindrucksvoll, wie vielseitig Arabische Pferde eingesetzt werden können – von der Jungpferdeausbildung über Westernreiten und Working Equitation bis hin zu Para-Dressur und berittenem Bogenschießen. Einige Vorführungen hatten dabei beinahe Seminarcharakter und lieferten den Zuschauern wertvolle Anregungen für das eigene Training.
Cassandra Wolfram gab am Samstag mit ihrer erst vierjährigen Vollblutaraberstute GFH Scala einen Einblick in die frühe Ausbildung im Westernreiten. Die junge Stute präsentierte sich bereits gelassen und mit schöner Manier.
Ebenfalls am Samstag stellte Stefanie Seebauer den Prämien- und Siegerhengst aus 2024, WM Daraschad, beim Einstieg in die Working Equitation vor. Anschaulich erläuterte sie, wie ein junges Pferd schrittweise an die einzelnen Trail-Stationen herangeführt und auf seine späteren Aufgaben vorbereitet werden kann.
Anschließend zeigte sie mit ihrem Herzenspferd Safi einen rasanten Ritt im Speedtrail. Das Zusammenspiel von Reiterin und Pferd und das sichtbare Vertrauen zwischen beiden sorgten einmal mehr für ein faszinierendes Schaubild.
Am Sonntag eröffnete Dr. Martin Pauli mit Zahims Navii das Vorführungsprogramm. Mit einer Cuttingmaschine demonstrierte er eindrucksvoll, dass Arabische Pferde auch bei der Arbeit am Rind Talent und Geschick zeigen können.
Ein besonderer Moment war die Dressurvorführung von Anna Katharina Thiel-Albus mit ihrer Stute SF Esmeralda. Die im Landeskader Saarland aktive Para-Reiterin präsentierte eine anspruchsvolle Vorstellung auf L-/M-Niveau und zeigte, was mit Vertrauen, Training und partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Pferd und Reiter möglich ist.
Angela Dorschner-Filsinger war gleich mit zwei Vorführungen vertreten. Mit ihrer Stute Mayyasah El Malikah demonstrierte sie das berittene Bogenschießen. Mit der jungen Merida El Malikah gab sie anschließend Einblicke in die Jungpferdeausbildung.
Allen Beteiligten gilt ein herzlicher Dank für ihre Zeit, ihr Engagement und die Bereitschaft, ihre Arbeit mit den Pferden einem interessierten Publikum näherzubringen. Die Vorführungen bereicherten das Programm und unterstrichen die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Arabischen Pferdes.
Distanzreiter wieder auf der Strecke
Auf dem parallel vor Ort durchgeführten Distanzritt über 42 km sind 22 Starter in der Wertung angekommen, darunter erreichte Livia Jansen mit ihrer BS Marilu den ersten Platz. Auf dem Einführungsritt über 26 km absolvierten von den sechs Startern drei Pferd-Reiterpaare die Strecke in der Wertung.
Einige der gestarteten Pferde zeigten sich am nächsten Tag auch bei der Zuchtschau dem Publikum.
Ein Wochenende, das verbindet
Das zweite VZAP-Zuchtchampionat in Kranichstein vereinte züchterische Qualität, sportliche Leistungen, Nachwuchsförderung und eindrucksvolle Präsentationen. Neben den Ergebnissen und Auszeichnungen war es vor allem die Begeisterung der Teilnehmer, Aussteller und Zuschauer, die das Wochenende prägte.
Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie viel Engagement und Leidenschaft hinter der Zucht und Förderung des Arabischen Pferdes stehen. Das VZAP-Zuchtchampionat soll auch künftig Raum für Begegnungen, fachlichen Austausch und die Präsentation der vielfältigen Qualitäten dieser besonderen Pferde bieten.
Unser besonderer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Einsatz und Engagement zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. Ohne ihre tatkräftige Unterstützung wäre eine Veranstaltung dieser Art nicht möglich!
Fotos: Gaby Peters, Gudrun Waiditschka















